Führen auf unbekanntem Terrain

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FührenWorauf es in Homeoffice-Zeiten als Führungskraft mehr denn je ankommt  

Du bist zum ersten Mal in der Führungsrolle und siehst dich vor der Aufgabe, dein Team oder deine Abteilung gleich aus dem Homeoffice zu steuern? Erst einmal Glückwunsch zur neuen Tätigkeit. Sicher hast du einiges daran gearbeitet, diese Verantwortung zu bekommen.


Und nun ist es so weit und du fühlst dich vielleicht gar nicht so selbstsicher wie all die Wochen und Monate vorher. Plötzlich sitzt du weit von deinen Teammitgliedern entfernt, zwar in dir bekannter Umgebung, aber mit routinierter Schreibtischarbeit und kollegialer Büroatmosphäre hat das wenig zu tun.

Führen auf unbekanntem Terrain Christa MaurerWo ist all das Gewohnte und Typische hin?

Worauf es ankommt: sicheres Beziehungsmanagement mit individueller Konnotation

Viel unbekanntes Terrain macht unsicher. Nicht nur für Video-Chats, aber jetzt ganz besonders ist deine Fähigkeit als Führende, als Führender gefragt, die Beziehungen zu deinen Team- oder Projektbeteiligten individuell und passgenau auszugestalten.

Während dem sozial aufgeschlossenen Kollegen A generell mehr Ansprache und häufigere, kurze Kontakte guttun, reicht es, die Mitarbeiterin B an der längeren Leine laufen zu lassen, um sie in ihrem Autonomiebestreben nicht einzuengen. Du hast sie durch gute Beobachtung so kennengelernt, dass sie ihre Aufgaben im Sinne der Organisation erfüllt und dir die Ergebnisse zeitnah rückmeldet.

Auch von Teamneuling C weißt du, dass er gern unabhängig arbeitet und prinzipiell zu hoher fachlicher Leistung fähig ist. Da jedoch seine Fähigkeit zu selbstständigem Arbeiten niedrig ausgeprägt zu sein scheint, definierst du hier engere Leitplanken mit häufigeren Rückmeldungen.

Die Gespräche mit Kollege A drehen sich übrigens nicht rein um die Sachlage; ihn bindest du besonders gut ins Team ein, wenn du auch ein offenes Ohr für seine persönlichen Themen hast, ja aktiv danach fragst. Also plane für ihn abseits der Online-Teamkonferenzen einen kurzen Zweieraustausch ein. Denn ohne Planung begegnet ihr euch nicht so leicht!

Es ist deine Führungsaufgabe, besonders in der virtuellen Zusammenarbeit den jeweiligen Menschentyp zu identifizieren und den Weg passend zu gestalten, d.h. das Führungsterrain entweder enger und mit persönlich-menschlichem Austausch (Teamkollege A) oder deutlich weiter (Mitarbeiterin B) zu stecken bzw. mehr Zwischenziele einzubauen (Teamneuling C) .

Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis

Deine Menschenkenntnis und dein Fingerspitzengefühl sind in der virtuellen Kommunikation stark gefragt. Für beide Kompetenzen musst du im Online-Umgang mit weit weniger Informationen auskommen, um dein Gegenüber richtig einzuschätzen. Die nonverbalen Signale fallen bei der Übertragung schlichtweg „unter den Tisch“, die Stimme des Mitarbeiters kommt über das Internet vielleicht undeutlicher an und verrät die Emotionen nicht. Wie schaffst du es unter diesen Bedingungen, deine Führungsrolle gut auszuüben?

Immer wieder Feedback, vielleicht hin und wieder im Direktkontakt

Überlege, ob du die Einzelgespräche mit deinen Projektbeteiligten zur Abwechslung real stattfinden lassen kannst und ihr euch wie auf einem Buddy-Walk Feedback gebt. Was unter Führungskräften oft unpopulär ist: Frage zum Abgleich deines Selbstbildes und zur Verbesserung deiner Führung jeweils unter vier Augen konkret, wie dich dein Teammitglied wahrnimmt und was er oder sie sich von dir wünscht (ohne dass du alle Wünsche erfüllen musst!) - gerade zum Start in deine Führungsrolle. Du wirst lernen, dass der Austausch von Feedback anfangs oft holprig ist, aber im Lauf der Zeit ein unglaublich wertvolles Führungsinstrument wird.

Zusammenfassend gehört zu den Learnings für Führende im Homeoffice:


Dieser Blogtext erscheint parallel als Gastbeitrag bei Britta Bonten, HR-Texterin mit *, spezialisiert auf DIVERSE Texte INKLUSIV: www.bontext.de